Pflegebedürftige müssen immer mehr selbst zahlen (spiegel.de)

CZ - 25.09.2019
Zurück zur Übersicht

Alle Angaben ohne Gewähr. Verfügbarkeit, Änderungen und Irrtümer vorbehalten.


1930 Euro - pro Monat

Pflegebedürftige müssen immer mehr selbst zahlen

(Quelle: spiegel.de, beb/dpa, 24.09.2019)


Die Kosten für die Unterbringung Pflegebedürftiger sind horrend - und zuletzt noch einmal deutlich gestiegen. Grund dafür sind die seit Langem geforderten Lohnerhöhungen für Pflegepersonal.


Pflegebedürftige müssen für einen Heimplatz immer mehr aus eigener Tasche dazu zahlen. Seit Oktober 2018 sei die Eigenbeteiligung im Bundesdurchschnitt um mehr als 110 Euro auf nunmehr fast 1930 Euro im Monat gestiegen, berichten die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland". Quelle ist eine Auswertung der "Pflegedatenbank" des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV). Der Anstieg betrage mehr als sechs Prozent.

Als Hauptursache gelten dem Bericht zufolge Lohnerhöhungen für das Pflegepersonal. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte im März beim Deutschen Pflegetag gesagt, für zusätzliche Pflegekräfte und bessere Bezahlung würden künftig Mehrkosten anfallen. Die SPD fordert, dass die Eigenanteile für die pflegebedingten Kosten im Heim begrenzt und langfristig gestrichen werden.

Die "Pflegedatenbank" der PKV enthält Informationen von mehr als 11.000 der etwa 13.000 Pflegeheime in Deutschland. Am stärksten sei die Eigenbeteiligung demnach in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gestiegen, so das RND. In diesen drei Ländern seien die Beträge, die die Pflegebedürftigen selbst aufbringen müssen, um etwa zehn Prozent angewachsen.

Spitzenreiter NRW
Am tiefsten müssen demnach weiterhin die Pflegebedürftigen in Nordrhein-Westfalen in die eigene Tasche greifen. Hier habe der Eigenanteil zum 1. September dieses Jahres bei 2406 Euro gelegen, heißt es in dem Bericht. Am 1. Oktober 2018 waren es noch 2309 Euro gewesen. Danach folgen das Saarland mit 2301 (2178) Euro sowie Baden-Württemberg mit 2250 (2116) Euro. Im Mittelfeld liegen der Auswertung zufolge unter anderem Berlin mit 1931 (1856) Euro, Hessen mit 1936 (1783) Euro oder Brandenburg mit 1646 (1526) Euro.

Am preiswertesten sind Heimplätze dem Bericht zufolge derzeit in Mecklenburg-Vorpommern, wo 1346 (1238) Euro Eigenanteil bezahlt werden müssen. Bei den genannten Beträgen sind die Zuschüsse der Pflegeversicherung bereits berücksichtigt.

Pflegebedürftige müssen einen Eigenanteil leisten, weil die gesetzliche Pflegeversicherung - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten trägt. Enthalten sind Kosten für die eigentliche Pflege sowie für Investitionen, Unterkunft und Verpflegung. Dass die Belastungen unterschiedlich hoch sind liegt an regional unterschiedlichen Löhnen und Vorgaben für die Personalausstattung.

Bisher wurden oft die Kinder zur Kasse gebeten, wenn Pflegebedürftige die Heimkosten nicht zahlen können. Zwar springt zunächst das Sozialamt ein, wenn Betroffene die Heimkosten nicht zahlen können. Aber in vielen Fällen holt sich die Behörde das Geld zumindest teilweise von den Angehörigen zurück. Dies soll sich bald ändern. Nur wer mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdient, soll nach den Plänen der Bundesregierung in Zukunft noch finanziell herangezogen werden.


"Weiter zum vollständigen Artikel auf spiegel.de"


https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/pflege-eigenanteil-von-heimbewohnern-steigt-auf-1930-euro-pro-monat-a-1288275.html


Bildquelle: Print Screen spiegel.de


Ihre Meinung / Ihr Kommentar


  Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
  Ich habe die AGB's gelesen und erkläre mich einverstanden.