Heime und Spitex erhalten Hunderte Millionen Franken zu wenig (nzz.ch)

CZ - 19.08.2019
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Heime und Spitex erhalten Hunderte Millionen Franken zu wenig

(Quelle: nzz.ch, Simon Hehli, 13.08.2019)


Kantone und Gemeinden müssen die Pflegekosten übernehmen, die über die Beteiligung von Patienten und Krankenkassen hinausgehen. Doch das funktioniert oft nicht – zum Leidwesen der Heimbewohner.


Das Bonmot, dass in der Schweiz alles von Kanton zu Kanton unterschiedlich sei, gilt speziell für die Finanzierung der Pflege gebrechlicher Menschen zu Hause und in Heimen. Seit 2011 gilt, dass drei Parteien die Pflegekosten gemeinsam berappen müssen. Krankenkassen und Patienten leisten Beiträge, die gedeckelt sind; was übrig bleibt – die sogenannten Restkosten –, soll die öffentliche Hand zahlen. Das Modell, das in der Theorie relativ simpel aussieht, provoziert in der Praxis grosse Probleme. Denn die Stände können selber festlegen, wie sie das Begleichen der Restkosten organisieren wollen. Manche sind dabei grosszügig, andere knausrig. Und so beklagen sich in manchen Kantonen die Pflegeheime, die Spitex oder selbständige Pflegefachleute, dass sie zu wenig Geld erhalten, um kostendeckend arbeiten zu können.

Die kürzlich vom Bundesamt für Gesundheit veröffentlichte Evaluation der Pflegefinanzierung zeigt: Nur Uri und Obwalden bezahlen den Pflegeheimen die effektiv angefallenen Restkosten. Fast alle anderen Kantone haben eine finanzielle Obergrenze pro Patient und Tag festgelegt. Die Logik hinter diesen Lösungen ist klar: Die Höchstbeträge sollen sicherstellen, dass die Leistungserbringer nicht einfach nach Belieben Leistungen generieren und in Rechnung stellen können – das hätte eine Explosion der Kosten zur Folge.

Knausrige Kantone

Preisüberwacher Stefan Meierhans ist jedoch der Meinung, dass ein Teil der Kantone den Spielraum zu stark ausnutze, indem die betreffenden Kantone die Restfinanzierung nicht sicherstellten. Manche Regierungen versuchen auf diesem Weg, aus den roten Zahlen herauszukommen. Das Problem ist weit verbreitet. Curaviva, der Verband der Heime und Institutionen, hat 2015 eine Umfrage bei 23 Kantonalverbänden gemacht. Dabei stellte sich heraus, dass nur in 10 Kantonen die Pflegekosten der Heimbewohner vollständig finanziert sind. Nicht der Fall ist dies aus Sicht der Heimbetreiber etwa in Zürich, Solothurn, Genf oder im Aargau. Der dortige Verband hat die Finanzierungslücke für das Jahr 2013 auf rund 30 Millionen Franken geschätzt.


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Bildquelle: Print Screen nzz.ch


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