Ein Heimeintritt steht bevor – an was muss gedacht werden?

TP - 12.03.2019.
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Es ist wichtig, zu unterscheiden, ob es sich um einen ungeplanten – raschen oder um einen bewusst gewählten Heimeintritt handelt.

Bei einem ungeplanten und raschen Eintritt (z.B. Hospitalisierung auf Grund eines Unfalls oder einer Unterversorgung) gilt es häufig rasch zu reagieren, da die Spitäler auf Grund der Fallpauschale darauf drängen (müssen), dass die Patientinnen und Patienten möglichst bald wieder in einem ambulanten oder anderweitigen Langzeitpflege-Setting begleitet und betreut werden.

Es ist deshalb wichtig, genau abzuklären, ob die betroffene hospitalisierte Person nach einem Rehabilitationsaufenthalt wieder selbstständig in den eigenen vier Wänden (wahrscheinlich mit ambulanter Unterstützung) leben kann. Bereits beim Spitaleintritt - der Anamnese ist somit auf die Formulierung zu achten, da gewisse Befunde eine Kostengutsprache für einen Rehabilitationsaufenthalt erschweren können.

Ist eine Rehabilitationsaufenthalt im Sinne einer Kur nicht möglich, gilt es ein Übergangszimmer zu finden. Dieser Aufenthalt hat ebenfalls zum Ziel, die betroffene Person soweit aufzubauen, dass eine adäquate Lebensqualität erreicht werden kann. Häufig folgt dann ein definitiver und stationärer Langzeit-Eintritt in dieselbe Organisation, falls ein Platz frei wird. Da die Übergangsplätze meist nur in kleiner Anzahl vorhanden sind, besteht kaum Auswahl. Umso wichtiger ist es deshalb, sich für die längerfristige Platzierung Gedanken zu machen.

Falls sich eine Person von langer Hand überlegt hat, wie und wo der 4. Lebensabschnitt verbracht werden soll, empfiehlt sich, vor dem Eintritt folgende Fragen und Themenpunkte zu klären:

  • Wer plant den Umzug und führt diesen durch (inkl. möglicher Räumung)?
  • Wer kündigt die Wohnung resp. übernimmt für die mögliche Weitervermietung oder den Verkauf von Wohneigentum die Verantwortung?
  • Wie viele und welche Art von Möbelstücken, TV, Radio, Computer, Bilder etc. dürfen mitgenommen werden?
  • Wer ist für die Adressänderung bei allen offiziellen Stellen, Firmen, Behörden (Wohnsitzgemeinde etc.), Bank, Post, PK, Krankenkasse, Ausgleichskasse und Dritten verantwortlich?
  • Wer übernimmt die Kündigung resp. Anpassung der Versicherungen (inkl. Hausrat- und Haftpflichtversicherung, Langzeitpflegeversicherung etc.)?
  • Wer meldet den Festnetzanschluss und TV-Zugang ab, resp. übernimmt die Mutation?
  • Kann und wird der bestehende Hausarzt auch während der stationären Langzeitpflege bestehen bleiben?
  • Falls ein Haustier akzeptiert wird, welche Vorgaben bestehen und was würde passieren, wenn die Betreuung des eigenen Haustieres nicht mehr gesichert ist?
  • Wurden alle Kleidungsstücke angeschrieben?
  • Wie wird die Reinigung der Wäsche geregelt?
  • Wer soll Ansprechperson für die Langzeitpflege-Organisation sein und wer ist Ansprechperson für die Angehörigen?
  • Sind die Handlungsvollmachten in Bezug auf Bank, Post, Krankenkasse, Vermögen, Wille geklärt?
  • Wurde ein Vorsorgeauftrag verfasst?
  • Wer ist für die persönlichen administrativen Arbeiten der betroffenen Person mitverantwortlich?
  • Wer ist für die finanziellen Belange (Rechnungen, Vermögensverzehr, Bargeld, Anschaffungen etc.) verantwortlich?
  • Wer unterstützt die betroffene Person bei persönlichen Besorgungen, Einkäufen, Arztterminen etc.?
  • Besteht eine Patienten-Verfügung? (Wenn Sterbehilfe gewünscht ist, wie wäre vorzugehen?)
  • Besteht eine Hilfslosenentschädigung oder soll diese beantragt werden?
  • Werden Ergänzungsleistungen ausgezahlt oder sollen diese beantragt werden?
  • Sind alle offenen Gesundheitsrechnungen beglichen und wurde die Eintrittszahlung vorgenommen?
  • Wer übernimmt bei finanziellen Engpässen und Unterdeckungen das Einreichen von Anträgen an Stiftungen (z.B. CMS) oder an Institutionen (z.B. Pro Senectute)?

Diese Liste ist nicht abschliessend und kann je nach Wohnort Ergänzungen und Erweiterungen erfordern. Es lohnt sich deshalb, unbedingt und zusätzlich bei der Langzeitpflege-Organisation, der Wohnsitzgemeinde, der Krankenversicherung und der zuständigen sva frühzeitig nachzufragen.


Ihr Orahou.com Team


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