Was Senioren stresst, die eine neue Wohnung suchen (tagesanzeiger.ch)

MS - 19.07.2019.
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Was Senioren stresst, die eine neue Wohnung suchen

(Quelle: tagesanzeiger.ch, Tina Fassbind, 18.07.2019)


Menschen im Rentenalter können nur wenig Miete zahlen und werden von flinken Bewerbern überholt. Doch es gibt Lösungen.

Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher werden älter und leben länger. 2018 hat Statistik Stadt Zürich knapp 80’000 Personen im Alter zwischen 60 und 100 Jahren verzeichnet. Bis 2035 soll ihre Zahl auf über 98’000 ansteigen. Wer im Pensionsalter eine neue Wohnung sucht, tut dies mit einem ganz anderen Fokus als in jungen Jahren, denn vielleicht ist der nächste Umzug der letzte.


Der Ausbaustandard der neuen Wohnung muss den Anforderungen bis ins hohe Alter genügen – ganz zu schweigen von den anderen Vorstellungen, die man an die Umgebung knüpft, in der man seinen Lebensabend verbringen will. Entsprechend intensiv will dieser Schritt überlegt und geplant sein. Das passt wiederum nicht zum hohen Tempo auf dem Wohnungsmarkt – insbesondere in der Stadt Zürich, wo Verwaltungen Leerstände vermeiden wollen und schnellen Bewerbern den Vorzug geben.

Umzug macht Wohnraum für Familien frei

Eine Studie des Büros Zimraum (siehe Box) widmet sich den spezifischen Anforderungen und Problemen bei der Wohnungssuche von Pensionierten. Sie untersucht, mit welchen Massnahmen Wohnungsanbieter diese Zielgruppe erreichen und wie die sozialen Institutionen diese Altersgruppe bei der Wohnungssuche unterstützen können – schliesslich profitieren nicht nur die Seniorinnen von den Vorzügen einer altersgerechten Wohnung, durch ihren Umzug wird auch wieder Wohnraum für Familien frei.

Die meisten Seniorinnen und Senioren sind nicht mehr geübt darin, eine Wohnung zu suchen. Pensionierte machen gemäss Studie in der Stadt Zürich 14 Prozent der Bevölkerung aus, aber nur 4 Prozent der Umziehenden pro Jahr. Fast die Hälfte der über 65-jährigen Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher leben seit mehr als 20 Jahren in ihrer Wohnung, und die Bereitschaft, die alte Wohnung zu verlassen, nimmt mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab – wobei Paare noch sesshafter sind als Alleinstehende.

Viele erwägen einen Umzug erst, nachdem die Kinder ausgezogen sind, wenn also die Phase des sogenannten Empty Nest beginnt. Weitaus häufiger aber müssen sie aus gesundheitlichen Gründen ausziehen oder weil ihre Wohnungen wegen Totalsanierungen gekündigt wurden – wobei in einem solchen Fall laut Studie die Mehrheit der Vermieter den Mieterinnen und Mietern ein Alternativangebot aus dem eigenen Wohnungspool macht.

Wie in allen Altersstufen stellt auch bei den Pensionierten die Höhe des Mietzinses ein wichtiges Kriterium beim Wohnungswechsel dar. Studienverfasserin Joëlle Zimmerli stellt einen Zusammenhang mit den Steuerzahlen der über 65-Jährigen den maximalen Mieten her, die sie aufgrund ihres Einkommens berappen können.

Demnach ist es im Kanton Zürich über 25’000 Pensionierten aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht möglich, mehr als 1000 Franken Miete pro Monat zu zahlen – das sind 22 Prozent der alleinstehenden über 65-Jährigen. Ehepaare dieser Altersklasse können sich wiederum nur monatliche Mietzinse von 1500 Franken leisten.

Wohnraum dieser Preisklasse ist in Zürich allerdings rar, denn hier gilt unter Wohnungsmarktvertretern bereits ein Mietzins von monatlich 1400 Franken für Einpersonenhaushalte und 1700 Franken für Ehepaare als bezahlbar.

In der Immobilienwirtschaft gilt die Regel, dass die Wohnungsmiete maximal ein Drittel des Einkommens ausmachen darf. Bei Pensionierten sinkt das Einkommen allerdings deutlich. Sie können Mieten meist nur zahlen, wenn sie auch Vermögen oder Beiträge aus der beruflichen und privaten Vorsorge einbringen. Gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik lebt heute ein Fünftel aller allein wohnenden Frauen und ein Drittel aller allein wohnenden Männer im frühen Pensionsalter ausschliesslich von der AHV. Bei Eheleuten sind es 11 Prozent. Jeder achte Rentner bezieht zudem Ergänzungsleistungen.

Zusammenarbeit ist gefragt

Was also ist zu tun, damit Seniorinnen und Senioren trotzdem in eine altersgerechte Mietwohnung umziehen können?


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Bildquelle: Print Screen tagesanzeiger.ch

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