Schweizer Altersheime sind Fallen: Stirb schneller, solange das Geld reicht (insideparadeplatz.ch)

MS - 15.07.2019
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Schweizer Altersheime sind Fallen: Stirb schneller, solange das Geld reicht

(Quelle: insideparadeplatz.ch, Klaus J. Stöhlker, 13.07.2019)

Kosten für 4. Lebensabschnitt schiessen durchs Dach – Angehörige und Steuerzahler bluten – Wie sparen?

In den nächsten sechs Jahren werden 50’000 alte Menschen Plätze in Alters- und Pflegeheimen suchen, aber keine finden. Sie sind einer Pflegeindustrie ausgeliefert, die derzeit knapp 100’000 Plätze in 1’500 Heimen zur Verfügung stellt.

Wer dort eintritt, weil keine eigene Familie ihn aufnehmen kann, ist dem Risiko der Altersarmut ausgeliefert. Das betrifft vor allem die über 75jährigen, die oft Hotellerie-, Betreuungs- und Pflegekosten von monatlich bis zu 17’000 Franken bezahlen müssen.

Mit in die Zahlungspflicht genommen werden Familienangehörige, Kinder und Enkel, die, um nicht zu verarmen, nur hoffen können, dass Eltern und Grosseltern nicht ewig leben.

Aber auch die Krankenkassen und die Wohngemeinden zahlen mit, weshalb der Steuerzahler an die Kasse gebeten wird, um die bestehenden Alters- und Pflegeheime zu sanieren.

Der Kampf um die Kostenbeteiligung ist in vollem Gang: Vielerorts geht die Erbmasse verloren. Gemeinden und Kantone stellen Regressforderungen an die Erben, um den eigenen Haushalt zu entlasten.

Seit 30 Jahren hat sich an dieser Situation nichts geändert, weshalb jedem Einwohner der Schweiz bei der Planung seines vierten Lebensabschnitts ab 75 Jahren rund 250’000 Franken fehlen, um nicht in die Altersarmut abzugleiten.

Das Schweizer Sozialversicherungssystem ist im europäischen Vergleich ungenügend. Die AHV (1. Säule) ist nicht mehr gesichert. Die 2. Säule soll kurzfristig gemäss den Vorschlägen von Arbeitgeberverband, Gewerkschaftsbund und Travail Suisse gesichert werden.

Dagegen stemmt sich Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, der sagt, dies sei für viele KMU und Gewerbebetriebe nicht finanzierbar.

Ist angesichts des Finanznotstands aller Träger und des bevorstehenden Pflegenotstands eine Lösung in Sicht? Auf einem Portal können die Kosten fürs Alter kostenlos abgerufen werden.

Erstmals haben ältere Schweizerinnen und Schweizer damit, den Vorgaben des Preisüberwachers folgend, eine Möglichkeit, ihre Lebenskosten für den vierten Altersabschnitt zu berechnen. Wieviel Geld habe ich für welches Alters- und Pflegeheim?

Damit kann in einem wichtigen Teilbereich der Angriff auf den Wohlstand des schweizerischen Mittelstands abgewehrt werden. Wie dringend dies ist, zeigen die Pläne der Kantone und Gemeinden. Sie müssen bis 2025 gegen 800 neue Alters- und Pflegeheime gebaut haben, was Investitionen von mindestens 20 Milliarden Franken erfordert.


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Bildquelle: Print Screen www.insideparadeplatz.ch


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