Babyboomer wollen nicht ins Altersheim

MS - 29.06.2019.
Zurück zur Übersicht

Alle Angaben ohne Gewähr. Verfügbarkeit, Änderungen und Irrtümer vorbehalten.


Babyboomer wollen nicht ins Altersheim

(Quelle: nzz.ch, Jan Hudec, 30.01.2019)


Für 600 Millionen Franken wollte die Stadt Zürich fast sämtliche ihrer Altersheime sanieren. Kritik daran wurde ignoriert. Doch nun macht sie eine Kehrtwende und richtet die Altersstrategie neu aus. Gerade noch rechtzeitig.


Dass die Alterung der Gesellschaft eine der grossen Herausforderungen der Zukunft ist, hat sich längst bis in den hintersten Winkel der Schweiz herumgesprochen. In vielen Regionen hat man deswegen das Naheliegende getan und den Bestand an Pflegebetten aufgestockt. Doch dabei ging ein wichtiger Faktor vergessen: der Mensch.

Es sind die Babyboomer, die nun allmählich pflegebedürftig werden. Also jene Generation, die Eigenständigkeit zur Lebensmaxime erhoben hat. Für diese Menschen ist die Vorstellung, in einer Institution nach Stundenplan zu leben, ein Graus. Stattdessen wollen sie so lange wie möglich zu Hause bleiben, idealerweise bis ans Lebensende.

Da überrascht es nicht, dass vielerorts Pflegebetten leer bleiben. In einer Studie von 2018 hat die Credit Suisse aufgezeigt, dass der Belegungsgrad in Schweizer Pflegeheimen zwischen 2012 und 2016 von 96 auf 94 Prozent gesunken ist. Das mag wenig dramatisch erscheinen, doch die lokalen Unterschiede sind erheblich. In einzelnen Regionen in der Deutschschweiz lag die Auslastung unter 90 Prozent. Experten gehen davon aus, dass jedes leere Bett 100 000 Franken kostet.

Statt einfach Heime auszubauen, müssen Kantone und Gemeinden das Angebot für betreutes Wohnen vergrössern. Damit decken sie nicht nur ein Bedürfnis vieler Betagter, sondern können sogar Kosten sparen. Natürlich ist diese Erkenntnis nicht neu, und sie ist mittlerweile auch in der Deutschschweiz angekommen. Besonders resistent dagegen war man bisher aber in der Stadt Zürich.

Eine Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums zeigte, dass die Stadt in den kommenden zwanzig Jahren rund 900 Betten abbauen könnte. Der Grund: In den städtischen Heimen leben überdurchschnittlich viele Personen, die kaum pflegebedürftig sind und damit auch gut zu Hause zurechtkämen. Trotzdem liess sich die Stadt noch bis vor kurzem nicht von ihrem Masterplan abbringen, für 600 Millionen Franken den Status quo zu zementierten. Die Sanierung zahlreicher Altersheime rechtfertigte die Stadt mit der derzeit noch hohen Bettenauslastung.


"Weiter zum vollständigen Artikel auf nzz.ch"

https://www.nzz.ch/meinung/babyboomer-wollen-nicht-ins-altersheim-ld.1456078

Bildquelle: Print Screen nzz.ch

Ihre Meinung / Ihr Kommentar


  Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und erkläre mich einverstanden.
  Ich habe die AGB's gelesen und erkläre mich einverstanden.