Die Gesichtserkennung in China bringt westliche Firmen ins Grübeln (nzz.ch)

CZ - 21.05.2019
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Die Gesichtserkennung in China bringt westliche Firmen ins Grübeln

(Quelle: nzz.ch, Daniel Imwinkelried, 21.05.2019)


Der Datenwahn in diesem Riesenmarkt stürzt Unternehmen in ein Dilemma: Wie sollen sie mit der Frage der Datenhoheit umgehen? Der Kaffeemaschinenhersteller Franke glaubt eine Antwort gefunden zu haben.


Wie wäre es, wenn die Kaffeemaschine am Morgen «merkte», welchen Kaffee man gern hätte? Was vielen Europäern befremdlich vorkommt, dürfte in China bald Realität sein. Die Gründerin der Kaffeehauskette Luckin Coffee, Qian Zhiya, gilt jedenfalls als Anhängerin der Gesichtserkennung. Am liebsten hätte sie angeblich diese Art des Kundendienstes in ihren 2400 Lokalen bereits eingeführt. Aber noch muss die umtriebige Unternehmerin Zurückhaltung üben. Vor wenigen Tagen liess sie Aktienzertifikate ihrer Firma in einer aufsehenerregenden Transaktion an der Nasdaq in New York kotieren, und bei gewissen westlichen Investoren wäre sie wohl auf Unverständnis gestossen, wenn die Gesichtserkennung bereits zum Service in ihren Coffee-Shops zählte. Qian Zhiya wird ihr Feingefühl aber wohl bald ablegen, zumal sie damit auch den chinesischen Machthabern einen Gefallen erwiese.

Der Datenhunger in China zwingt die Geschäftspartner chinesischer Firmen allerdings dazu, sich Gedanken darüber zu machen, wie es sich mit der Datenhoheit verhält. Zwei der wichtigsten Lieferanten von Luckin Coffee stammen aus der Schweiz, nämlich die Maschinenhersteller Franke Coffee Systems (Artemis) und Schaerer. Das Geschäft mit dem Getränk hat mittlerweile mehr mit Daten zu tun, als die Konsumenten dies wahrnehmen. Die Maschine «weiss» beispielsweise, welche Zubereitungsart besonders gefragt und wann welche Art von Service angezeigt ist. Je mehr Daten ein Maschinenproduzent aufarbeitet, desto grösser sind seine Chancen, mit Ketten und Shops ins Geschäft zu kommen. Doch wo liegen die Grenzen des Datenmanagements? Zur Gesichtserkennung will Franke nicht Hand bieten. Man sei schliesslich keine IT-Firma, sondern ein Maschinenproduzent, lautet das Argument des Managements. Am wohlsten wäre es westlichen Firmen wahrscheinlich, wenn junge Chinesen gegenüber dem Datenwahn in ihrem Land skeptischer würden – sie wären dann aus einem Dilemma heraus.

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Bildquelle: Print Screen nzz.ch



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