Betagte müssen wegen Gesetzeslücke ins Altersheim (nzz.ch)

MS - 07.05.2019.
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Betagte müssen wegen Gesetzeslücke ins Altersheim

(Quelle nzz.ch, Jan Hudec, 19.08.2017)


Betreutes Wohnen können sich nur Betagte leisten, die genug Geld auf der Seite haben. Der Kanton Zürich beteiligt sich nicht an den Kosten. Ausgerechnet das kommt die öffentliche Hand teuer zu stehen.

Es ist eine der grossen Herausforderungen, die auf uns zukommt: Wie soll in Zukunft die Pflege der alternden Bevölkerung finanziert werden? Schon heute klagen im Kanton insbesondere die Gemeinden über die steigenden Lasten. Und die Lage wird sich weiter verschärfen: Allein bis 2030 soll die Zahl der Pflegebedürftigen um 45 Prozent zunehmen.

Es gibt unterschiedliche Vorstellungen darüber, was zu tun ist. Fest steht nur, dass es keine Fehler im System verträgt. Doch diese bestehen heute, davon ist Luca Stäger überzeugt. «Ältere Menschen werden tendenziell immer noch zu früh in ein Pflegeheim verlegt. Das müsste nicht sein», sagt der CEO von Tertianum, einem der grossen Betreiber von Wohn- und Pflegezentren in der Schweiz. Das liegt zum einen daran, dass die Spitex-Angebote noch nicht überall gut genug ausgebaut sind – was verhindert, dass Menschen länger zu Hause leben. Neben Pflegeheimen und den eigenen vier Wänden gibt es allerdings noch eine Zwischenstufe: das betreute Wohnen.

Sowohl private wie auch öffentliche Betreiber setzen vermehrt auf diese Mischform. Sie richtet sich an Menschen, die sich noch eine gewisse Selbständigkeit bewahren können und wollen, deren Pflegebedarf aber zu gross ist, als dass sie zu Hause leben könnten. Für viele eine gute Lösung, die aber längst nicht allen zugänglich ist. Schuld ist aus Stägers Sicht das heutige Finanzierungssystem, denn der Staat beteiligt sich nicht an den Kosten für das betreute Wohnen. «Wer selbst nicht über die nötigen Mittel verfügt, kann sich dies nicht leisten.» Das sei nicht nur aus sozialen Gründen problematisch, sondern auch aus finanziellen. Denn den Staat komme die Sache so teurer zu stehen. Das mag auf den ersten Blick erstaunen: Wie soll die öffentliche Hand Kosten sparen, indem sie ein zusätzliches Angebot finanziell unterstützt?

Heim ist deutlich teurer

Ein konkretes Fallbeispiel verdeutlicht, warum eben diese Rechnung aufgehen könnte. Stäger hat zwei Kunden von Tertianum verglichen: Einen, der im Heim lebt, und einen, der betreut wohnt. Beide benötigen pro Tag 80 bis 100 Minuten Pflege. Es überrascht denn auch nicht, dass sich die Pflegekosten die Waage halten, in beiden Fällen betragen sie monatlich rund 3000 Franken. Der grosse Unterschied besteht bei den Kosten für Wohnen und Betreuung: Im Heim belaufen sich diese auf 6000, beim betreuten Wohnen auf 3300 Franken.

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